Dez 17
2019

Im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Klimapakets kommt es zu einer weitreichenden Veränderung der staatlichen Förderungen für Neubauten und Sanierungen. Diese Änderungen sollen bereits ab dem 01.Januar 2020 gelten.

So sollen neue Gasheizungen nur noch gefördert werden, wenn diese "renewable ready" sind oder es sich um eine Gas-Hybrid Heizung handelt. Die bisherige Förderung, nach der die meisten Heizungserneuerungen mit einem Zuschuss in Höhe von 15% gefördert wurden, soll entfallen. Für Beratungsleistungen und die Umsetzung mehrerer Maßnahmen zur Sanierung eines Gebäudes zum Effizienzhaus werden die Fördersätze voraussichtlich massiv erhöht.

Hiermit will man erreichen, dass viele Gebäude möglichst effektiv saniert werden. Ein Schritt in die richtige Richtung. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Dez 17
2019

In Sachen Klimaschutz sind wir Weltmeister im Ausreden erfinden. "Was bringt es, wenn nur wir in Deutschland etwas unternehmen, der CO-2-Anstieg ist so minimal, dass er kaum messbar ist, wir können eh nichts machen" ist nur eine davon. 

Nachfolgend 6 typische Ausreden, die keine mehr sein dürfen. Wenn wir tatsächlich etwas bewegen wollen, müssen wir aufhören, uns selber zu belügen und sofort damit anfangen, etwas zum Schutz des Klimas beizutragen.

1. Das Klima hat sich doch schon immer verändert.

Prinzipiell ist das richtig, aber es gab noch nie innerhalb so kurzer Zeit und auch nicht global. Wissenschaftler rund um den Globus sind sich einig, dass der nachweislich gemessene Temperaturanstieg auf die CO2 Emissionen der Menschheit zurückzuführen ist. Das nachfolgende Bild veranschlicht recht deutlich, wie sich die Temperaturen in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 bis heute entwickelt haben. Für fast alle Regionen auf dieser Erde ergeben sich ähnliche Bilder. Die Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst und wurden von Ed Hawkins entsprechend grafisch darfgestellt.

2. Der Einzelne kann doch eh nichts ausrichten

Unser CO2 Fußabdruck gehört mit zu den höchsten auf der ganzen Welt. Wenn wir in diesem Stil weitermachen, dient dies geradezu als Beispiel für viele Schwellenländer, ähnlich verschwenderisch zu leben. Wir haben viele Stellschrauben in unserem Alltag, an denen wir unseren Fußabdruck reduzieren können, sei es beim Heizen, indem wir auf regenerative Energiesysteme setzen oder z.B. regenerativen Strom beziehen, bei Kurzstrecken aufs Fahrrad umsteigen, auf Flugreisen verzichten oder sie einschränken oder unsere Ernährung weniger fleischlastig gestalten. Hier sind enorme Einsparpotentiale möglich.

3. Ich tue doch schon viel für die Umwelt

Sehr viele Menschen denken, Sie tun schon sehr viel für das Klima. Sie beziehen Ökostrom, kompostieren Grünabfälle, trennen Müll bis ins kleinste Detail, kaufen Bio. Diese Liste lässt sich beliebig erweitern. Menschen die nicht so viel Geld zur Verfügung haben, können sich viele dieser Dinge nicht leisten. Leider ist es aber genau so, dass die Emissionen mit dem Einkommen steigen. Man versucht zwar, ökologisch zu leben, verursacht durch höhere Ansprüche, mehr Konsum, größere Wohnungen etc. aber deutlich mehr CO2-Ausstoss, als die ärmere Bevölkerung.

4. Mülltrennung bringt doch eh nichts.

Der von mir getrennte Müll landet doch sowieso in der Verbrennungsanlage, also wozu trennen. Dies ist leider eine immer noch weit verbreitete Meinung. Hier sprechen die Fakten eine andere Sprache. Seit den 90er Jahren ist der Ausstoß an klimaschädlichen Gasen im Abfallbereich auf ca. 1/4 gesunken. Natürlich ist es sinnvoller, Rohstoffe wieder zu verwerten, als immer neue zu fördern und die alten zu verbrennen. Hier müssen natürlich noch weitere Anstrengungen unternommen werden, vor allem aber geht es auch darum, Müll zu vermeiden. Das ist natürlich noch immer die beste Lösung.

5. Elekroautos lösen das Problem

Leider ist das so nicht richtig. Verschiedene Studien kommen zu Ergebnissen, dass sich Elektroautos erst nach 30 bis 120.000 km CO2-technisch amortisieren, je nachdem, woher der Strom dafür kommt. Ich finde diese Rechnungen sehr kontraproduktiv. Handelsübliche Elektrofahrzeuge verbrauchen in etwa 15 bis 20 kWh pro 100 km. Mit 2 Photovoltaikmodulen können Sie in etwa so viel Strom produzieren, dass Sie damit in etwa 3 bis 4.000 km pro Jahr fahren können. Im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor ist der Verbrauch sehr gering. Hier reden wir von 50 bis 100 kWh Verbrauch je 100 km. Natürlich muss sich hier vor allem in Sachen Batterietechnik und Ausbeutung der seltenen Erden noch sehr viel tun, die jetzigen Abbauvorgänge von Kobalt und Lithium sind nicht akzeptabel, aber wir kommen an einer CO2 neutralen Mobilität nicht vorbei. Und da ist das E-Auto ein Mosaiksteinchen, ohne Frage. ABER: wir sollten anfangen, die gesamte Mobilität zu hinterfragen, viele der Strecken, vor allem in Städten, sind mit öffentlichen Verkehrsmittel, zu Fuß oder mit dem Fahrrad genauso gut und schnell zu erreichen.

6. Ich erlebe das sowieso nicht mehr

Falsch. Wir erleben auch hier in Deutschland einen Temepraturrekord nach dem anderen. die heißesten 20 Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren in den letzten 22 Jahren. WIr erleben einen dramatischen Rückgang unseres Grundwassers aller Orten, Ernteausfälle, tropische Krankheiten, Hitzetote und vieles mehr direkt vor unserer Haustüre. Seit 1881 haben wir in Deutschland einen nachweislich gemessenen mittleren Temperaturanstieg von 1,5°. Es war einmal das hohe Ziel der Politiker, den Temperaturanstieg genau auf diese Marke zu begrenzen.