Feb 18
2020

A) Welche konkreten Top 3 Maßnahmen, Aktivitäten oder Umsetzungen haben Sie in den letzten 3 Jahren persönlich zum Wohle Puchheims oder dessen Bürger durchgeführt?

B ) Welche ganz konkreten Maßnahmen werden Sie in den ersten 100 Tagen Ihrer Amtszeit als Bürgermeister nach dem 15.03.2020 umsetzen - für Puchheim und dessen Bürger - woran Sie sich auch messen lassen?

Mit der Antwort auf den ersten Teil Ihrer Frage habe ich ehrlich gesagt ein Problem. Ich weiß nicht, ob es ein Erfolg für Puchheim ist, wenn ich mich aktiv für den Klimaschutz einsetze und versuche, den ökologischen Fußabdruck von mir und meiner Familie unter den weltweiten Durchschnittswert zu bringen oder wenn ich mich im Fußballverein für die Mannschaften meiner Kinder engagiere. Wer mich kennt weiß, dass ich immer bereit bin, in vielen Bereichen zu helfen, aber das sehe ich nicht als meine besondere Leistung für die Bürger Puchheims. Ich bin hier ein kleiner Teil einer großen Gruppe von Personen, die sich ehrenamtlich engagieren. Ich gehe natürlich mit gutem Beispiel voran, aber bewegen können wir nur alle gemeinsam etwas. Ich möchte hier auch nicht die "guten Taten" meiner Mitbewerber mit meinen vergleichen. Das aufopferungsvolle Engagement für die LED-Flutlicht-Beleuchtung eines Fußballplatzes ist für mich alleine berufsbedingt kein besonderer Verdienst, das ist Stand der Technik. Ich beschäftige mich beruflich seit vielen Jahren mit dem Thema Umwelt, Bauen, erneuerbare Energieerzeugung und Energieeffizienz und engagiere mich im Landkreis als ehrenamtlicher Sachverständiger für diese Themen bei Ziel 21. So könnten wir nun sämtliche Leistungen aller Kandidaten gegeneinander aufrechnen. Daran beteilige ich mich nicht.

Auch den zweiten Teil Ihrer Frage möchte ich so nicht beantworten, da ich als Bürgermeister nicht nur für 100 Tage im Amt bin und es sicher Dinge gibt, die sich schnell umsetzen lassen, manche werden etwas länger Zeit in Anspruch nehmen. Sie können aber sicher sein, dass mein Fokus auf dem Wort "umsetzen" liegt. Zu den ersten Dingen, die ich als Bürgermeister tun werde, ist das Aufstellen eines Klimaplans, in dem alle Aspekte wie Klimacheck für Gebäude, Umgang mit Ressources im Bereich der Verwaltung, Erhalt und Neupflanzung von Bäumen etc. festgelegt sind und jährlich zu erreichende Ziele definiert sind. Daran lasse ich mich auch gerne messen. Darüber hinaus dürfte das Umsetzen eines Gesamtelternbeirats kurzfristig umsetzbar sein, ebenso wie die Schaffung der Puchheimer Insel, sowie das Verbot des Einsatzes von Pestiziden auf städtischen Grundstücken. Wichtig ist mir auch, sehr schnell einen Überblick zu bekommen, welche Baumaßnahmen wann und wie den Haushalt belasten werden. Es kann nicht angehen, dass wir hier ständig mit Zahlen in der Größenordnung "irgendwo" zwischen 50 und 200 Millionen in den nächsten 5 Jahren konfrontiert werden. Ich weiß, dass es eine große Herausforderung wird, den Sanierungsstau der vergangenen Jahre aufzulösen. Dieser nehme ich mich gerne an. Das Wichtigste bei all diesen Dingen ist mir immer eine offene und klare Kommunikation mit allen. PUCHHEIMLICH wird es mit mir nicht geben.

Feb 18
2020

A) Wie empfinden Sie die aktuellen Bemühungen der Mitmenschen, Medien, Landes/Bundes-Politiker oder Parteien zum Klimaschutz - eher "Hysterie und übertrieben" oder "genau richtig zur richtigen Zeit"?
B) in Puchheim ist es sicher möglich, regionale Aktivitäten durchzuführen (das Bsp. von Herrn Sengl war die LED-Beleuchtung in einer Turnhalle).
Aber: welche Aktivitäten zum besseren Klimaschutz würden Sie als Bürgermeister explizit fördern und fordern - zur Umsetzung bei den Bürgern Puchheims?
C) Welche Aktivitäten müsste die Stadt Puchheim in welcher Reihenfolge selbst umsetzen zum bessern Klimaschutz?

Zu A: Dass der Klimawandel seit Greta zu dem beherrschenden Thema in den Medien geworden ist, finde ich einerseits gut, weil daraus eine Bewegung entstanden ist, die hoffentlich nicht nur bei Demonstrationen Flagge zeigt, sondern auch das persönliche Verhalten vieler Menschen ändert. Andererseits müssen wir auch aufpassen, dass wir das Thema nicht überziehen und wir schon ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn wir ausatmen. Fakt ist, dass vor allem wir in den Industrie-und Schwellenländern maßgeblich zum Anstieg klimaschädlicher Gase beitragen und somit Hauptverursacher des Klimawandels sind. Leider gibt es noch zu viele Menschen, die es noch immer nicht wahrhaben wollen, dass wir Menschen unseren Wohlstand größtenteils zu Lasten der Erde generieren. Fakten, die durch viele tausende Wissenschaftler rund um den Globus belegt sind, werden abgestritten, wahrscheinlich aus Angst davor, unsere Komfortzone etwas verlassen zu müssen. Und leider gehören hierzu auch Politiker, was dann wohl der Grund sein dürfte, dass sich in der Bundes- und Landespolitik sehr wenig bewegt. Hier und da leichte kosmetische Eingriffe ohne Gesamtkonzept. Warum fördern wir nicht ökologische Landwirtschaft, in dem wir die Subventionen für die Tierfabriken streichen und den "Kleinen" geben, weshalb führen wir kein Tempolimit ein, weshalb investieren wir nicht massiv in den Ausbau erneuerbarer Energien, um den Ausstieg aus der Kohle auch kurfristig realisieren zu können? Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Um Ihre Frage zu beantworten: es ist beschämend, was die Bundes- und Landespolitik in Sachen Klimaschutz tut, den Zeitpunkt anzufangen halte ich für viel zu spät. Wir kennen die Problematik schon seit vielen Jahrzehnten.

Zu B: Natürlich können wir im Kleinen sehr viel tun. Ich bin seit vielen Jahren beruflich mit allen Themen rund um Energiesparen, Energieeffizienz und Erzeugung regenerativer Energien beschäftigt und habe dazu beigtragen, dass durch Beratung und Planung in Puchheim und Umgebung viel Energie gespart wurde und sehr viele Photovoltaik-Anlagen realisiert wurden. Ich bin auch viel als Sachverständiger für Ziel 21 unterwegs, um Bewohner unseres Landkreises zu beraten. Mit Ziel 21 haben wir sehr erfolgreich eine Photovoltaikampagne durchgeführt und es wird dieses Jahr eine Sanierungskampagne folgen. Wir bieten umfangreiche Informationen und Hilfen zum Thema Gebäudesanierungen. Genau hier würde ich als Bürgermeister auch in Sachen Förderung ansetzen. Wir haben für viele Bereiche, vor allem beim Bau bzw Sanierung von Gebäuden, umfangreiche Fördermaßnahmen von Bund und Ländern, die ich gerne im ein oder anderen Bereich noch ergänzen möchte, in dem wir kleine Anreize schaffen (z.B. einen Extra-Bonus für nachhaltige, ökologische Dämmstoffe, einen Zuschlag auf die GRZ bei Niedrigstenergiehäusern). Wichtig ist mir aber, eine Anlaufstelle für eine Beratung und Hilfestellung bei Bauvorhaben.

Aber nicht nur beim Bauen gibt es Möglichkeiten, aktiv das Klima zu schützen. Ich werde den Radverkehr massiv fördern und mich natürlich für den Ausbau des ÖPNV einsetzen. Es gibt hier viele gute Ansätze wie Schaffung von Fahrradwegen/-straßen, Rufbusse, Flexibusse. Den Ausbau der erneuerbaren Energien, allen voran Photovoltaik werde ich mit dem regionalen Versorger KommEnergie mit neuen Konzepten vorantreiben, eine regionale CO-2 Kompensation wäre eine Idee, die ich gerne umsetzen möchte. Die von Ihnen vorgeschlagene LED Beleuchtung möchte ich nicht explizit erwähnen, das ist selbstverständlich, dass sämtliche Beleuchtungsanlagen sukszessive umgestellt werden, das ist mittlerweile Standard. Es gibt noch viele weitere Maßnahmen, die ich in einem Klimaplan festhalte, dessen Umsetzung und Einhaltung regelmäßig kontrolliert wird.

Zu C: in erster Linie muss die Stadt in Ihrem gesamten Handeln voran gehen, alle Ihre Gebäude bei Sanierungen entsprechend auf hohen energetischen Standard bringen, den Energieverbrauch durch den Einsatz effizienter Heizungen, Beleuchtungssysteme und Geräte minimieren. Neubauten sollten so umgesetzt werden, dass der Betrieb nahezu emissionsfrei ist. Ansonsten gilt das Gleiche wie unter B. Ich möchte in  Puchheim den CO2 Ausstoß im Fünfjahresrhytmus um jeweils ein Drittel senken. Dieses ambitionierte Ziel schafft weder der Bürgermeister, noch die Stadt alleine. Gemeinsam werden wir es aber erreichen, um auch unseren Nachfahren eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen.

Jan 21
2020
In der Facebook-Gruppe Kommunalwahl wurde diese Woche die Frage nach der Bürgerbeteiligung gestellt. Ich bin ein großer Verfechter von Bürgerbeteiligung, stehe auf dem Standpunkt, dass jeder der möchte, sich entsprechend einbringen kann. Für mich steht das Gespräch im Vordergrund. Unser Bürgermeister wirbt damit, dass er jede Anfrag persönlich beantwortet. Auch ich werde das tun, allerdings möchte ich weniger Briefe schreiben als vielmehr bei jeder Anfrage das persönlich Gespräch suchen.
Meine Antorten:
WAS heißt für Sie „Bürgerbeteiligung“ - eher nur Bürger informieren oder direktes Einbinden in Entscheidungen?
Bürgerbeteiligung bedeutet beides. Jeder Bürger das Recht hat, für ihn interessante Informationen aus der Stadtverwaltung zu erhalten. Ich bin kein Freund davon, Information mehr oder weniger geheim zu halten und hinter verschlossenen Türen zu besprechen. Sicher gibt es das ein oder andere Thema wie Personalentscheidungen, die nicht öffentlich diskutiert werden sollten, aber das müssen Ausnahmen bleiben.
Eine offene, ehrliche und transparente Informationspolitik ist die Grundvoraussetzung für eine aktive Bürgerbeteiligung. Jeder Bürger hat dann die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen. Mir ist es auch wichtig, bei Entscheidungsprozessen frühzeitig die Beteiligten zu kontaktieren, direkt auf sie zugehen und sie aktiv von Anfang an einzubinden.
Finden Sie, dass Ihre Definition von „Bürgerbeteiligung“ in Puchheim ausreichend umgesetzt ist - ja/nein?
Ein klares Jein. ich denke, jeder Bürger hätte die Möglichkeit, Kontakt mit dem Bürgermeister aufzunehmen, einen Brief zu schreiben oder seine Sprechstunden zu besuchen. Inwieweit diese Möglichkeiten genutzt werden und wie hier auf Entscheidungen Einfluß genommen wird, kann ich nicht beurteilen. Auch gab es Projekte, die sehr offen kommuniziert wurden und bei denen jeder die Möglichkeit hatte, seine Ideen einzubringen (Kennedywiese, Stadtmitte). Aus meiner Sicht gab es durchaus lobenswerte Ansätze, wobei ich nicht beurteilen kann, ob die eingebrachten Ideen und Wünsche auch ausreichend berücksichtigt wurde.
im Gegenzug gab es natürlich auch das ein oder andere Projekt, bei dem sich viele Bürger nicht ernst genommen fühlten und es zu entsprechenden Auftritten in den Stadtratsitzungen kam. Hier hätte aus meiner Sicht durch eine frühzeitigere Informationsoffensive einiges verhindert werden können. Auch sollten aus meiner Sicht noch mehr "runde Tische" oder Bürgerwerkstätten stattfinden, bei denen Lösungen gemeinsam erarbeitet werden. Gleichberechtigt und nicht hier "die Stadt" und da "der Bürger".  Und es wäre wünschenswert, dass man seitens der Stadt aktiv auf die Bürger zugeht, das Gespräch sucht und nicht wartet, bis der Bürger zu einem kommt.
Wenn ja, WIE/welches sind aus Ihrer Sicht die heute relevanten und guten Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger?
An erster Stelle steht für mich natürlich das persönlich Gespräch, das durch nichts zu ersetzen ist. Dies kann ein 4-Augen-Gespräch sein, ein runder Tisch, eine Bürgerwerkstatt oder eine ähnliche Veranstaltung. Allerdings muss es natürlich auch die Möglichkeiten zur Nutzung anderer Kanäle geben (analog und digital), um seine Meinung, Vorschläge oder Anregungen zu Entscheidungsfindungen mitzuteilen oder einzubringen. Die verschiedenen Kanäle sollten allerdings gebündelt sein und natürlich dem Datenschutz entsprechen. Hier wäre eventuell der Einsatz einer Puchheim-App sinnvoll, über die man zu einzelnen Themen Stellung beziehen und Vorschläge einbringen kann. Von direkten, freien Abstimmungen per App o.ä. halte ich allerdings genauso wenig, wie von Live-Übertragungen aus den Stadtratssitzungen. "Etwas zu sagen haben" sollte durchaus wörtlich genommen werden.
Bürgerbeteiligung muss jederzeit möglich sein, wichtig ist der Umgang damit. Wenn ich gute Ideen, Wünsche, u.s.w. von Bürgern ernst nehme und als Politiker diese auch umsetze oder Nichtumsetzung sehr gut begründen kann, dann ist das Bürgerbeteiligung wie sie sein sollte. Grundlage ist immer absolute Transparenz und Information.
Jan 27
2020

Die dritte Frage zielt auf den Zustand der Kinderbetreuung in Puchheim.

Leider ist es so, dass sich hier in den letzten Wochen die Fronten verhärtet haben. Eine der Hauptforderungen der seitens der Träger/Elternbeiräte besteht in die Zahlung der Ballungsraumzulage. Ich denke, dass wir die Probleme, die es zweifellos bei der Kinderbetreuung derzeit gibt, alleine mit der Zahlung dieser Zulage nicht lösen können, bin aber der Meinung Meinung, dass wir eine Lösung finden müssen, die Ballungsraumzulage für alle Betreuer zu bezahlen. Zum einen sehe ich die Notwendig, die Gehälter anzuheben, da wir höchste Ansprüche an unsere Erzieher*innen stellen und dies auch mit vernünftiger Bezahlung honorieren sollten. Zum anderen erhalten die Erzieher*innen in anderen Teilen des Landes den gleichen Tariflohn, im Großraum München sind die Lebenshaltungskosten aber wesentlich höher, so dass hier ein Ausgleich stattfinden muss. Darüber hinaus hätten wir die Diskussion nicht, wenn die KiTas in städtischer Hand wären. Bei der Abstimmung über die Ballungsraumzulage für die Angestellten der Stadt, war eines der Argumente, dass wir sonst das Personal nicht halten können, bzw. kein Neues bekommen. Warum diese Argumentation nicht für unsere Erzieher*innen gilt, erschließt sich mir nicht. Deshalb von meiner Seite aus ein klares Bekenntnis zur Ballungsraumzulage.

Allerdings ist das nur die eine Seite der Medaille. Ich halte absolut nichts davon, jetzt "mal eben schnell" eine Zulage zu genehmigen. In vielen Gesprächen mit Trägern und Elternbeiräten, die ich geführt habe, wurden auch einige andere Probleme angesprochen, die sich nicht einfach mit mehr Geld für die Erzieher*innen beheben lassen. Hierzu hatte ich vorgeschlagen, dass es dringend notwendig ist, dass sich alle Beteiligten zusammen setzen, damit wir ein Gesamtkonstrukt an Lösungen erarbeiten, um die Situation insgesamt in den KiTas zu verbessern. Nun hat unser Bürgermeister den sog. KiTa-Gipfel einberufen. Hierfür habe ich schon bei der Podiumsdiskussion ein Lob ausgesprochen. Wichtig ist, dass hier konstruktiv gearbeitet wird und man das nicht aus wahlkampftaktischer Überlegung heraus macht. Wir brauchen hier wirklich eine sehr offene Diskussion aller Beteiligten und den unbedingten Willen, die unbefriedigende Situation rasch zu verbessern.  Aus diesem Grund habe ich auch bei der Podiumsdiskussion einen Gesamtelternbeirat als städtisches Gremium vorgeschlagen und es freut mich, dass hierfür zumindest seitens Herrn Kochs Unterstützung kommt. Ich möchte das auf jeden Fall umsetzen, um hier auf Dauer die Kommunikation in Gang zu halten, Informationen zu bündeln und auf Veränderungen sofort reagieren zu können, nicht nur in Zeiten des Wahlkampfs. Kinderbetreuung war, ist und wird immer eine wichtige Aufgabe bleiben, somit ist es aus meiner Sicht dringend notwendig, ein solches ständiges Gremium zu etablieren.

Ich halte auch nichts davon, im jetzigen Stadium darüber zu diskutieren, wie wir Kosten verteilen, welche Fonds für was eingesetzt werden oder wir Belohnungen ausschütten . Es ist nicht so, dass hier die Stadt alleine darüber entscheiden kann (Stichwort: Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz), hier muss man sicher auch die Landesregierung in die Pflicht nehmen (ich würde es begrüßen, wenn unsere Parteien im Stadtrat das Problem über ihre Parteikollegen im Landtag mit Nachdruck in den Landtag tragen) . Wir dürfen, selbst wenn wir wollten, nicht einfach städtisches Geld für die Kinderbetreuung ausgeben. Aus diesem Grund wurde ja auch der bisherige Defizitausgleich bemängelt und musste neu verhandelt werden, was letztendlich auch jetzt zu diesen Problemen führt. Wir brauchen also wirklich dringend ein Gesamtbild der Situation, um dann schnell Verbesserungen herbeiführen zu können (Stichwort: Attraktivität des Berufs, vergünstigte Wohnungen für Erzieher*innen, etc.), erst dann sollten wir entscheiden, wer von wem welche Gelder bekommt und wie das rechtlich einwandfrei umgesetzt werden kann. Wir sollten uns hier ein ehrgeiziges, zeitliches Ziel setzen, um die notwendigen Schritte einzuleiten.

Auf Grundlage des Genannten kann ich die Antworten auf Ihre Fragen sehr knapp halten:


A) Wie sehen Sie den Status der Stadt Puchheim zur Kinderbetreuung- defizitär oder "alles in Ordnung"?

wenn alles in Ordnung wäre, würden wir die Diskussion nicht führen.

B) Wenn Sie ein nicht ideales Bild sehen, welche Maßnahmen werden Sie im Falle eines Wahlsieges für die Eltern, Erzieher und vor allem Kinder konkret angehen?

Erst, wenn wir ein umfassendes Bild haben und klären konnten, wie vor allem die angespannte finanzielle Situation gelöst werden kann, kann ich diese Frage konkret beantworten. Ich will es mir nicht zu einfach machen und sagen, wir schaffen bezahlbaren Wohnraum für Erzieher*innen oder bezahlen mehr. Ich habe selber Kinder, deren Kindergartenzeit noch nicht lange zurückliegt. Die meisten Erzieherinnen (Männer gab es nur temporär) wohnen seit Jahren in Puchheim, brauchen also keine Wohnung. Bekommen die dann mehr Geld, weil ein/e Kollege/Kollegin eine günstige Wohnung erhält? Wir müssen hier teils allgemeingültige (z.B. Ballungsraumzulage) als auch individuelle, auf den jeweiligen Träger zugeschnittene Verbesserungen herbeiführen. Dies geht nur mit einer sehr engen Zusammenarbeit zwischen allen Trägern und der Stadt. Ich kann hier keine Musterlösung anbieten, versichere aber, dass ich gemeinsam mit allen Beteiligten alles daran setzen werde, die Situation zu verbessern, denn es geht um nichts weniger, als unsere Kinder - unsere Zukunft.

C) Würden Sie im Falle eines Wahlsieges Einrichtungen in die Hände der Stadt überführen - ja/nein?

Die Träger der KiTa´s machen aus meiner Sicht gute Arbeit. Dabei werde ich sie unterstützen, damit das auch so bleiben kann. Es gibt keinen Grund, Einrichtungen in die Hände der Stadt zu überführen. Vom Gesetzgeber ist es außerdem vorgesehen, dass Träger zu bevorzugen sind, wenn sie Einrichtungen in gleicher Qualität wie die Stadt betreiben. Sollten sich bei neuen KiTas keine Träger finden, müssten wir als Stadt diese betreiben. Selbstverständlich würden wir das tun, aber die Qualität der jetzigen Träger in Frage zu stellen, liegt mir fern.

D) Es wird oft geschrieben, dass gute Betreuung auch kostet - wie konkret würden Sie Kosten verteilen wollen und trotzdem eine sehr gute Betreuung sicherstellen wollen?

Auch hier gibt uns das Gesetz klare Grenzen vor. Natürlich kostet eine gute Betreuung auch zurecht Geld. Aber auch hier müssen wir zunächst einmal eine genaue Analyse der jetzigen Situation durchführen, bevor wir über weitere Maßnahmen wie Fonds, etc nachdenken. Die Belastung für die Eltern sollten wir gering halten, allerdings stehe ich auf dem Standpunkt, dass auch Eltern einen Beitag leisten sollten.

Jan 10
2020

In der Facebookgruppe "Kommunalpolitik Puchheim" wurden alle Bürgermeisterkandidaten gebeten, wöchentlich Stellung zu vorgegeben Fragen zu posten. Da es sich um eine geschlossene Gruppe handelt, veröffentliche ich hier meine Statements für alle.

Frage 1: Was sind aus Ihrer Sicht die Top 5 Herausforderungen/Probleme, die Puchheim hat - und wie würden Sie diese lösen?

Nachfolgend meine Top-5, wobei ich den Punkt Transparenz und Bürgerbeteiligung bewusst ausgeklammert habe, da es hierfür einen eigenen Beitrag geben wird. Wichtig ist mir an dieser Stelle auch zu betonen, dass es in vielen Punkten akuten Handlungsbedarf gibt. Mir ist aufgefallen, dass es bereits vor 30 Jahren Programme gab, in denen sich viele Punkte wiederfinden, die auch heute noch gefordert werden. Ich hoffe für uns alle, dass unabhängig vom Ausgang der Wahl den guten Vorsätzen dann auch Taten folgen.

  1. Soziales:

Ich stelle diesen Punkt in meiner Liste bewußt an die erste Stelle, da aus meiner Sicht alle nachfolgenden Punkte und Entscheidungen immer unter dem Gesichtspunkt "Sozialverträglichkeit" gesehen werden sollten. Leider gibt es in Puchheim trotz großen Reichtums auf der einen Seite auch Kinder- und Altersarmut auf der anderen. Dieser Tasache müssen wir uns annehmen und versuchen, die Situation Stück für Stück zu verbessern. Neben dem tollen ehrenamtlichen Engagement vieler Puchheimerinnen und Puchheimer braucht es hier auch die Unterstützung der Stadt (Initiierung der "Puchheimer Insel" als zentrale Anlaufstelle für Senioren, Schaffung von Kurzzeitpflegestellen, insbesondere bei der Neukonzeptionierung Haus Elisabeth, noch bessere Förderung des Ehrenamtes).

Auch gibt es großen Handlugsbedarf im Bereich Barrierefreiheit, um mobil eingeschränkten Personen im wahrsten Sinne des Wortes keine Steine in den Weg zu legen und ihnen die Möglichkeit zu geben, am sozialen Leben uneingeschränkt teilnehmen zu können. Zu guter Letzt sehe ich die Notwendigkeit, den Kinder- und Jugenbeirat noch stärker in die politische Entscheidungsfindung einzubinden und einen Elternbeirat zu etablieren, um die Bereiche Kita und Schule direkt in die Stadtpolitik einzubinden, um schnell reagieren zu können (Stichwort Erziehermangel, Verkehrssituation an Schulen, Schulverpflegung)

  1. Klima- und Umweltschutz

Der Umweltschutz ist eines unserer Kernanliegen bei allen städtischen Entscheidungen. Hierzu haben wir auch innerhalb der ubp ein sehr ehrgeiziges Ziel formuliert. Wir wollen die (in erster Linie) CO-2-Emissionen bis 2025 und 2035 jeweils um ein Drittel senken und 2040 Klimaneutralität erreichen. Hierzu werden wir einen Klimaplan entwickeln, der nicht als geduldiges Papier in der Schublade verschwindet, sondern jährlich überprüft, kritisch hinterfragt und angepasst wird. Wir müssen hier von Seiten der Stadt Vorbild sein und in Sachen klimagerechtes Bauen (Stichwort Klimacheck für Gebäude), Umgang mit Ressourcen und Abfallvermeidung vorangehen. Wir werden den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben, wobei auch hier der Grundsatz gilt, dass diese Investitionen der Puchheimer Bevölkerung zu Gute kommen und nicht Großinvestoren. Grünanlagen der Stadt müssen erhalten und ausgebaut, Bäume geschützt und gepflanzt werden.

  1. Verkehr

Im Zeichen des Klimaschutzes kommt einer ressourcenschonenden Mobilität eine große Bedeutung zu. Das Radfahren muss einfacher, sicherer und komfortabler gemacht werden. Hierzu gehört die Schaffung von Fahrradwegen getrennt vom Autoverkehr ebenso, wie die Ausweisung neuer Fahrradstraßen, in denen nach wie Vor Kfz fahren, der Fahradverkehr aber Vorrang hat. Innerhalb der Stadt muss darüberhinaus ein Tempolimit auf 30 eingeführt werden, um Verkehrswege sicherer zu machen. Darüber hinaus muss alles getan werden, um den Bahnhof endlich barrierefrei auszubauen. Ich setze mich auch für den viergleisigen Ausbau der S-Bahn ein. Hier muss auf allen Ebenen hart verhandelt, Druck aufgebaut und auch über Alternativen (Stichwort Seilbahn) nachgedacht werden.

  1. Wohnen und Bauen

Ich setze mich dafür ein, dass bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, ohne dass wir neue Baugebiete auf der grünen Wiese ausweisen. Hier gilt es den städtischen Raum maßvoll nachzuverdichten. Hierzu wurde mit der WEP (Wohnraumentwicklungsgesellschaft Puchheim mbH) ein vernünftiges Instrument geschaffen, mit dem es nun gilt, den kommunalen, als auch genossenschaftlichen Wohnbau auf innerstädtischen Grundstücken voranzutreiben. Auch müssen neue kreative Konzepte wie das Modell Tauschwohnungen entwickelt und umgesetzt werden. Auch ein Mehrgenerationenhaus ist anzustreben.

Neben der Nachhaltigkeit der Gebäude ist mir wichtig, klare Kostenrahmen vorzugeben, einzuhalten und die Bauqualität überprüfen, da wir es leider zu häufig erleben, dass zum einen die Kosten explodieren, zum anderen mangelhaft gebaut wird.

  1. Stadtentwicklung

Die Stadtmitte, als zentralem Kommunikationspunkt der Stadt ist bisher allenfalls in Ansätzen und Planentwürfen gegeben. Ein fahrradfreundliches Zentrum mit hohem Grünanteil und verbesserter Straßenraumgestaltung in der Allinger Straße und der (Oberen) Lagerstraße, sowie die Ausgestaltung des Geschäftsbereichs Lochhauser Straße sind angesagt. Die geplante Neubebauung am Alois-Harbeck-Platz kann zur Aufwertung beitragen, sofern sie den Zielen einer verkehrsberuhigten, grünen Stadtmitte entspricht.  Hier gilt es genau zu prüfen.

Ich lehne neue Baugebiete auf der „grünen Wiese“ ebenso ab, wie zusätzliche Einkaufsstätten an der Peripherie.