Okt 14
2020

Der Betrieb einer Photovoltaikanlage, die regelmäßig Strom ins öffentliche Netz einspeist, gilt als gewerbliche Tätigkeit. Somit ist man grundsätzlich verpflichtet, dies beim Finanzamt anzuzeigen und auf den verkauften Strom Umsatzsteuer abzuführen. Von der Umsatzsteuerpflicht ist befreit, wer die sogenannte Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmt. Dies kann man bis zu einem Umsatz von 22.000 € im Jahr wählen, muss dies aber dem Finanzamt entsprechend mitteilen.

Der Vorteil bei dieser Regelung ist, dass der steuerliche Aufwand relativ gering ist. Allerdings kann man in diesem Fall z.B. den Einkaufspreis und die Betriebskosten der Anlage nicht steuermindernd ansetzen.

Der Betrieb großer PV-Anlagen kann eine Gewerbesteuerpflicht auslösen. Betreiber kleiner Anlagen an oder auf Gebäuden bis zu einer Leistung von 10 kWp sind dabei seit 2020 von der Gewerbesteuer befreit (§ 3 Punkt 32 GewStG). Hier entfällt auch die Pflicht zur Anmeldung eines Gewerbes. Mit der Befreiung von der Gewerbesteuer entfällt auch die Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer. Liegen Sie mit Ihrer Anlage über dieser Grenze, werden Sie von Ihrer IHK angeschrieben und automatisch als Mitgleid geführt. Solange der Gewinn aus dem Stromgeschäft aber unter 5.200 € pro Jahr liegt, ist diese Mitgliedschaft kostenlos. Trotzdem kommt man in den Genuss der Leistungen (z.B. Rechtsberatung) der Kammer.

Zu beachten ist aber, dass Sie die Einkünfte aus dem Stromgeschäft zu Ihren Umsätzen addieren müssen, falls Sie noch anderweitig unternehmerisch tätig sind.

Batteriespeicher: Eine Abschreibung des Batteriespeichers und die Erstattung der Umsatzsteuer ist nur dann möglich, wenn dieser gleichzeitig mit der PV-Anlage erworben wird. Bei einer Nachrüstung wird die Umsatzsteuer auf den Kauf des Batteriespeichers nicht erstattet.

Fazit: im ersten Moment erscheint die steuerliche Behandlung von Photovoltaikanlagen kompliziert und aufwändig zu sein, wenn man von der Kleinunternehmerregelung absieht. Allerdings kann sich der höhere Aufwand aufgrund des Vorsteuerabzugs und der Abschreibungsmöglichkeiten finanziell lohnen. Unterstützung erhält man vom jeweiligen Finanzamt. Weitere gut aufgearbeitete Informationen erhalten Sie beim bayerischen Landesamt für Steuern.